Wohnwagen, Wohnmobil, WoMo-Typen

Wohnwagen und Wohnmobil

Vorab, es gibt 2 Fahrzeugtypen, in denen man recht komfortabel verreisen/wohnen kann: Wohnwagen und Wohnmobile.

Wohnwagen (WoWa) sind Anhänger, also ohne eigenen Antrieb. Sie werden in der Regel von einem PKW (aber auch von LKWs) gezogen. Sie werden an die Anhängerkupplung des Zugfahrzeug angehängt und beziehen während der Fahrt ihren Strom (für z.B. Blinker, Bremslichter,…) vom PKW.

Am Reiseziel angekommen kann man diese vom PKW abhängen/trennen und man hat wie immer seinen PKW um z.B. Einkäufe, Besichtigungen, usw. zu machen. Der Wohnwagen bleibt dann z.B. auf dem Campingplatz stehen. Dort wird er unabhängig vom PKW an den „Landstrom“ (Steckdose auf dem Campingplatz) angeschlossen und erhält dadurch Strom für Licht, Kühlschrank, Pumpe, u.a..

Die letzten sechs Jahre waren wir mit unserem Wohnwagen unterwegs.

Der Nachteil eines WoWa ist, dass man nicht autark stehen kann, weil ein WoWa nur bedingt über die entsprechenden „Installationen“ wie Wassertanks, Stromversorgung usw, verfügt und, dass das Gesamtgefährt (Auto + WoWA) recht lang ist (schnell über 11m), wodurch rückwärtsfahren, rangieren, parken usw. eine Herausforderung werden kann.

Der Vorteil ist: man hängt ihn am Zielort ab, stellt ihn auf den Campingplatz (CP) und kann mit dem gewohnten PKW die unterschiedlichsten Ausflüge und Erledigungen machen. Da ein WoWa nicht über einen Motor, Getriebe usw. verfügt, ist er natürlich auch günstiger in der Anschaffung und dem Unterhalt. Ein „Anhänger“ eben.

Wohnmobile sind zum Wohnen ausgebaute Motor-Fahrzeuge mit eigenem Motor, Getriebe, Batterie, usw. Es gibt verschiedenen Wohnmobil-Typen:

  1. Camper-Vans oder Busse
    Jeder kennt den VW-Bus. Dies ist ein klassischer Camper-Van bzw. Bus.

Vorteile: sehr kompakt, alltagstauglich, wendig und trotzdem zum Campen zu gebrauchen. Kann auch als „Hauptfahrzeug“ benutzt werden (viele können sogar in ein Parkhaus fahren).

Nachteile: Begrenzter Platz (aufgrund der vorgegebenen Gesamtgrösse), meist ohne WC, keine Stehhöhe (ausser mit Aufstelldach), Bett muss aufgebaut werden (hintere Sitzbank + weitere Polster).

  1.  Kastenwagen
    Dies sind Standard-Nutzfahrzeuge, wie sie auch Handwerker, Kurierdienste, usw. benutzen. Kleine Nutzfahrzeuge mit verschiedenen Längen von 5.99m bis ca. 7.00m.
    Sie haben alle eine Schiebetüre (rechte Seite) und 2 Hecktüren, die sich zum Transport von Waren weit öffnen lassen. Im „Fahrerhaus“ gibt es links und rechts eine normale Türe zum Einstieg von Fahrer und Beifahrer
    Kastenwagen sind also eigentlich Nutzfahrzeuge, die dann später, von verschiedenen Herstellern, zu Kastenwagen-Wohnmobilen um- und ausgebaut werden.
    Die Fahrzeug Grundabmessungen werden nicht verändert und die gesamte Karosserie besteht aus Metall.

Da es die Basisfahrzeuge von VW (Crafter), Ford (Transit), Mercedes (Sprinter), Fiat (Ducato), Peugeot (Boxer) u.a. gebaut werden, gibt es also auch eine Vielzahl von Herstellern und Modellen für den Wohnmobil-Ausbauer. Der Ausbauer bestellt also z.B. (in unserem Fall) einen Peugeot Boxer (so heisst das Modell) bei Peugeot. Diesen bekommt er so, wie ihn auch der Malermeister für seinen Betrieb bekommen würde.

Dann fängt die Arbeit des Ausbauers an. Unverändert bleibt die Fahrerkabine (hier werden „nur“ die Verdunklungsvorhänge eingebaut, ein Navi-Gerät,…). Nun müssen zusätzlich Fenster (Seiten, Dach) in die Karosserie geschnitten werden. Die Hauptarbeit liegt danach im „Wohnbereich“. Der Ausbauer (in unserem Fall die Firma TOURNE, aus Slowenien) muss nun in den „Lieferwagen“ die Betten, die Toilette, die Küche usw. einbauen. Der Ausbauer integriert in das Fahrzeug zudem alles, was zum Wohnen/Reisen notwendig ist: Heizung, Strom, Wasser- und Abwassertanks, Kochfeld, Innenraumbeleuchtung, Fliegengitter an allen Fenstern/Türen, Schränke/Stauräume und eine Batterie für den Wohnbereich (unabhängig von der „Autobatterie“)….
Aus dem eigentlichen Laderaum des Nutzfahrzeugs wird so der Wohnbereich.

  1. Teilintegrierte
    Bei diesen Fahrzeugen handelt es sich bei der „Basis“ auch um Nutzfahrzeuge (kann also auch ein FIAT Ducato sein), bei denen der Ausbauer allerdings nur das Fahrerhaus auf dem Chassis kauft und darauf seine „Wohnkabine“ setzt. Das Fahrzeug besteht somit aus zwei mit einander verbundenen Teilen (Fahrerhaus vom Fahrzeughersteller aus Metall und Wohnkabine vom Ausbauer aus GFK).

Der Vorteil ist, das die Wohnkabine breiter, länger und höher als das ursprüngliche Fahrzeug (Chassis) sein kann, also mehr Platz im Innenraum entsteht. Mehr Platz und Breite heisst u.U. aber auch, weniger Alltagstauglichkeit (der „normale“ PKW Parkplatz wird damit schon sehr eng). Die Wohnkabine ist meistens aus GFK (wird z.B. auch im Bootsbau oder für Wohnwagen verwendet).

Eine weitere Variante der Teilintegrierten ist, die „Alkoven-Variante“. Hier sieht man über dem Fahrerhaus eine „dicke Nase“. Diese beherbergt zwei weitere Schlafplätze. Sehr geeignet, wenn man viel Wert legt auf mind. 4 Schlafplätze und viel Platz im Innenraum.

  1. Vollintegrierte
    Diese sehen ein bisschen aus wie Busse. Der Ausbauer kauft hier nur das Chassis mit dem Motor-/Getriebeteil und stülpt diesem insgesamt eine Kabine über. Das komplette Fahrzeug besteht dann aus GFK und bietet sehr viel Platz.
  1. Expeditions-Reisemobile
    Dies sind extreme Fahrzeuge, oft mit Allrad und meistens auf LKW-Basis. Bekannte Basisfahrzeuge sind z.B. Unimog, MAN oder IVECO. Diese Fahrzeuge werden in Kleinstserien für den extremen Einsatz im Offroad-Bereich und für Weltreisen gebaut. Oft über 7.5t schwer und somit nur mit LKW-Führerschein zu fahren. Sehr oft Einzelanfertigungen, die schnell über EUR 200.000 kosten. Allerdings ist die Zielgruppe darin auch oft mehrere Jahre am Stück unterwegs. Allerdings mit max. 80KM/h – siehe LKW.

Eine „kleine“ Variante der Expeditionsmobile, sind die „Pickups mit Aufsatzkabine“. Die Fahrzeuge sind sehr klein, mit wenig Komfort, aber offroad-tauglich und sehr robust. Typische Vertreter sind z.B. Ford Ranger, Land Rover, Dodge Ram u.ä., jeweils als Pickup mit entsprechender Wohnkabine, die oft auch wieder abgenommen/demontiert werden kann.

  1. Teurer und noch exklusiver sind die „Luxusliner“. Diese werden individuell ausgebaut, auf Basis von Bussen/LKWs. Kosten dann ab ca. EUR 200.000 (nach oben keine Grenzen), dafür hat man dann auch eine Waschmaschine an Bord, u.U. eine Garage für das Cabrio, Dachterrasse, Frischwasseraufbereitung, u.a.

Das Ganze ist eher ein Haus auf Rädern, was man allerdings nur noch mit dem LKW-Führerschein bewegen darf. Hier produzieren sehr kleine Hersteller, allerkleinsten Stückzahlen.

Hier die Übersicht der gängigen Typen:

Der OMNIA

Der Omnia ist eine Art Koch-/Backtopf. In ihm kann man sowohl Aufläufe zubereiten, wie auch Kochen und Backen. Dieser „Topf“ wird direkt auf die Gas-Koch-Flamme gestellt und entwickelt dann eine Ober- und Unterhitze.

(Herstellerfoto)

Eine absolut sinnvolle Investition (ca. EUR 60.-), in eine rund 30jährige Erfindung.

Hier ein Foto im Einsatz: Vorbeitung eines Nudelgerichts, mit Hühnchen und Gemüse. Alles wird zusammen im Omnia gegart/gebacken. Zubereitungsdauer ca. 50 Minuten (zu bedenken, beim Gasverbrauch)

Trocken-Trenn-Toilette (TTT)

Wichtig im WoMo ist natürlich die Toilette. Besonders in „Corona-Zeiten“ ermöglicht sie, dass man keine öffentlichen Toiletten benutzen muss – und somit autark ist.

Verbaut werden in Wohnmobilen in der Regel „Chemie-Toiletten„. Dies sind Kunsstoff-Behälter, in die eine Chemie-Kapsel gelegt wird und die dann für eine schnellere „Zersetzung“ der Stoffe sorgen. Die Kapazität dieser Toiletten beträgt (je nach Nutzung) allerdings nur 2-3 Tage. Dann müssen diese an dafür vorgesehenen Chemie-Entsorgungsstationen entleert werden.

Die Behälter werden von aussen, durch die Service-Klappe, entnommen und dann zur entsprechenden Stelle auf dem Campingplatz gerollt (wie ein Boardcase), entleert und ausgespült.

Die Vorteile ein Chemietoilette:
Sie werden und wurden 100tausenfach von den Herstellern verbaut und sind quasi standardisiert – und somit entsprechend günstig (besonders für die Hersteller).
Auf allen Campingplätzen gibt es Entsorgungsstationen für die Toiletten.

Die Nachteile der Chemietoilette:
Sie benötigen Chemie (Tabs) und riechen auch nach Chemie.
Sie benötigen Wasser und Strom (Wassertank und Pumpe für die Spülung).
Die Kapazität ist sehr begrenzt.

Was gibt es also für Alternativen?
Die Trockentrenntoilette (TTT)!
Diese Toillette benötigt keinerlei Chemie und auch kein Wasser (und nur minimalen Strom, für einen kleinen Lüfter). Die TTT wird „eingerichtet“ indem man einen Kokosziegel (daheim oder unterwegs) mit ca. 1L Wasser auflöst und in die Toilette gibt.
Die Toilette „kompostiert“ ab dann die Fäkalien. D.h. letztlich entsteht Kompost, den man auf den Komposthaufen im Garten oder im Hausmüll entsorgen kann.
Ohne Einsatz/Verbrauch von Chemie und Wasser.
Der Urin wird in einem separaten Tank gesammelt und kann separat entsorgt werden (ohne Chemie).

Zur Anschauung:
Links die Toilette, wie wir sie von daheim kennen. Mitte, der Mensch von oben gesehen.
Rechts die TTT. Unten der Urin-Behälter, oben der Behälter für die „festen“ Stoffe.

So sieht dies dann in natura aus:

(Herstellerfoto)

Diese TTT hat eine Kapazität von 2-3 Wochen (für 2 Personen), was denn Festtank betrifft. Den Urintank muss man alle ca. 2 Tage entleeren.

Die Vorteile der TTT:
Kein Einsatz von Chemie und keine Verschwendung von Wasser (und minimaler Stromverbrauch). Man „produziert“ Kompost!
Kein Chemiegeruch im Fahrzeug (wenn sie „riecht“, dann max. nach Erde)
Grosse Kapazität, d.h. langer Einsatz möglich, muss nur selten entleert werden.
Autarkes Campen somit gut möglich, da man keine Entsorgungsstationen benötigt.
Kauf der Chemiekapseln entfällt. Nach jeder Leerung bedarf es einer neuen Kapsel (bei der TTT benötigt man ca. alle 3 Wochen einen Kokosziegel, für ca. EUR 3.-)

Die Nachteile der TTT:
Relativ hoher Preis, da Zusatzausstattung. Kauf und Einbau ca. EUR 1.100.-
Etwas grösser als Chemie-Toiletten, nimmt also in der Nasszelle etwas mehr Platz ein.

Unsere Erfahrung: Die TTT, wir haben eine „Natures Head“, ist perfekt!
Wir waren, besonders in Corona-Zeiten, extrem froh immer unsere eigene Toilette benutzen zu können, um die man sich rund drei Wochen überhaupt nicht gross „kümmern“ muss. Eine Anschaffung, auf die wir nie mehr verzichten möchten!